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Speichermedien im Vergleich: LTO, Festplatte, SSD und NVMe

Kurz erklärt

Speichermedien unterscheiden sich vor allem in zwei Werten: wie schnell sie auf Daten zugreifen und wie viele Daten sie pro Sekunde übertragen. SSDs und NVMe-SSDs sind beim Zugriff am schnellsten, Festplatten liegen im Millisekundenbereich, Tape braucht Sekunden bis Minuten. Beim kontinuierlichen Durchsatz großer Datenmengen liegt ein aktuelles LTO-Laufwerk dagegen im Bereich einer Enterprise-Festplatte.

Zugriff

NVMe und SSD vorn

Tape braucht Sekunden bis Minuten.

Durchsatz

LTO bis 400 MB/s nativ

Je Laufwerk, ohne Kompression.

Stand 11/2026

Herstellerangaben

Jeder Wert mit Quelle.

Welche Werte die Übersicht vergleicht

Die Zugriffszeit beschreibt, wie lange ein Medium braucht, bis die gesuchten Daten fließen. Der Durchsatz gibt an, wie viele Daten pro Sekunde übertragen werden, sobald das Medium kontinuierlich liest oder schreibt. Für Backup und Wiederherstellung sind beide wichtig: die Zugriffszeit für einzelne Dateien, der Durchsatz für große Datenmengen.

Alle Angaben sind native Werte, also ohne Kompression. Komprimierte Werte – bei LTO meist mit 2,5:1 angegeben – lassen sich nur mit gut komprimierbaren Daten erreichen und sind deshalb nicht mit Festplatten- oder SSD-Werten vergleichbar.

Leistungsdaten im Überblick

Leistungsdaten im Vergleich (Herstellerangaben, nativ, Stand 11/2026)
MediumZugriffDurchsatz nativKapazitätTypischer Einsatz
LTO-8Sekunden bis Minuten (laden, positionieren)360 MB/s (Full-Height), 300 MB/s (Half-Height)Quelle: Spectra Logic, LTO-Programm12 TBArchiv, Auslagerung, Bestandsumgebungen
LTO-9Laden ca. 17 s, Positionieren Ø 45 s (Full-Height, IBM)400 MB/s (Full-Height), 300 MB/s (Half-Height)Quelle: LTO-Programm, IBM18 TBArchiv, Langzeitaufbewahrung, zusätzliche Backup-Kopie
LTO-10Laden ca. 12 s, Positionieren Ø 65–73 s (Full-Height, IBM)400 MB/sQuelle: LTO-Programm, IBM30 TB bzw. 40 TBArchiv großer Datenmengen, Langzeitaufbewahrung
Festplatte (HDD, 7.200 U/min)Millisekunden (Ø Drehwartezeit ca. 4,2 ms plus Kopfbewegung)bis 309 MB/s (Toshiba MG11, 24 TB)Quelle: Toshibabis 24 TB (Beispiel)Backup-Ziel, schnelle Wiederherstellung, Kapazitätsspeicher
SSD (SATA)unter 1 Millisekundebis 550 MB/s lesen, 520 MB/s schreiben (Samsung PM893)Quelle: Samsungbis 7,68 TB (Beispiel)Systeme, Datenbanken, schneller Cache
NVMe-SSD (PCIe 4.0)unter 1 Millisekunde (Micron 7500)bis 6.800 MB/s lesen (Samsung PM9A3)Quelle: Samsung, Micronmehrere TBleistungskritische Anwendungen, Instant Recovery, Backup-Landezone

Alle Werte sind Herstellerangaben unter günstigen Bedingungen, ohne Kompression. Bei Tape kommt in einer Bibliothek die Zeit für den Roboter hinzu. Die Drehwartezeit der Festplatte ergibt sich aus der Drehzahl (eine Umdrehung bei 7.200 U/min dauert 8,3 ms). Reale Werte hängen von Datenart, Dateigröße, Anbindung und System ab.

Tape: LTO-8, LTO-9 und LTO-10

Beim nativen Durchsatz liegen LTO-9 und LTO-10 gleichauf bei bis zu 400 MB/s je Full-Height-Laufwerk; LTO-8 erreicht 360 MB/s. Der Fortschritt von LTO-10 liegt vor allem in der Kapazität: 30 TB bzw. 40 TB je Kassette. Laut IBM ist ein LTO-10-Laufwerk außerdem schneller betriebsbereit. Zu beachten: LTO-10-Laufwerke lesen keine Kassetten älterer Generationen.

Tape arbeitet sequenziell. Bevor Daten fließen, muss die Kassette geladen und das Band positioniert werden – das kostet Sekunden bis Minuten. Danach überträgt das Laufwerk große Datenmengen gleichmäßig, sofern die Daten schnell genug angeliefert werden. Details zu Laufwerken und Kassetten finden Sie bei unseren Bandlaufwerken und Medien.

Festplatte: schneller Zugriff, solider Durchsatz

Eine Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute erreicht jede Stelle in wenigen Millisekunden. Die Dauerübertragungsrate aktueller Enterprise-Modelle liegt laut Hersteller bei rund 300 MB/s; zu den inneren Spuren hin sinkt sie. In Speichersystemen arbeiten viele Festplatten parallel, wodurch der Gesamtdurchsatz deutlich steigt.

SSD und NVMe: am schnellsten beim Zugriff

SSDs haben keine beweglichen Teile und reagieren in Bruchteilen einer Millisekunde. SATA-SSDs sind durch ihre Schnittstelle auf rund 550 MB/s begrenzt. NVMe-SSDs sind direkt über PCI Express angebunden und erreichen ein Vielfaches davon – Samsung gibt für die PM9A3 bis zu 6.800 MB/s beim Lesen an. Für sehr große Backup- und Archivbestände sind sie aber meist die teuerste Option.

Was die Werte für Backup und Wiederherstellung bedeuten

In der Praxis ergänzen sich die Medien: Flash und Festplatte für aktuelle Sicherungen und schnelle Wiederherstellungen, Tape für die kostengünstige Langzeitaufbewahrung großer Datenmengen. Wie schnell eine Wiederherstellung tatsächlich läuft, hängt außerdem von Anzahl der Laufwerke, Netzwerk, Zielsystem und Backup-Software ab. Mehr dazu unter Backup und Archiv und LTO-Bandlösungen.

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Welches Medium passt zu Ihren Daten?

Wir prüfen mit Ihnen, wie schnell Ihre Daten im Ernstfall zurückkommen müssen und welche Kombination aus Disk, Flash und Tape dazu passt.

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Häufige Fragen zu Speichermedien

Welches Speichermedium ist am schnellsten?

Beim Zugriff und bei vielen kleinen Lese- und Schreibvorgängen sind NVMe-SSDs am schnellsten, gefolgt von SATA-SSDs und Festplatten. Tape braucht für den ersten Zugriff Sekunden bis Minuten, erreicht beim kontinuierlichen Lesen großer Datenmengen aber bis zu 400 MB/s nativ je Laufwerk (LTO-9 und LTO-10).

Ist LTO-10 schneller als LTO-9?

Beim nativen Durchsatz nicht: Beide Generationen schaffen laut LTO-Programm bis zu 400 MB/s. LTO-10 bietet vor allem mehr Kapazität (30 TB bzw. 40 TB statt 18 TB je Kassette); laut IBM ist das Laufwerk außerdem schneller betriebsbereit.

Warum unterscheiden sich native und komprimierte Werte?

Komprimierte Werte setzen voraus, dass sich die Daten verkleinern lassen – bei LTO meist im Verhältnis 2,5:1. Bereits komprimierte oder verschlüsselte Daten erreichen diese Werte nicht. Für einen fairen Vergleich sollten Sie immer native Werte gegenüberstellen.

Kann ich LTO-10-Laufwerke mit älteren Bändern nutzen?

Nein. Laut LTO-Programm lesen und schreiben LTO-10-Laufwerke keine Kassetten älterer Generationen. LTO-9-Laufwerke können dagegen LTO-8-Kassetten lesen und beschreiben.

Warum sind Festplatten beim Restore einzelner Dateien schneller als Tape?

Weil eine Festplatte jede Stelle in Millisekunden erreicht. Bei Tape muss die Kassette erst geladen und das Band an die richtige Stelle gespult werden. Bei großen, zusammenhängenden Datenmengen fällt diese Wartezeit dagegen kaum ins Gewicht.

Wie aktuell sind die Werte?

Stand der Tabelle ist November 2026. Wir aktualisieren sie, wenn neue Generationen oder Modelle erscheinen. Für Ihre Umgebung zählen am Ende Messwerte mit Ihren Daten und Ihrer Anbindung.

Verwandte Begriffe: Backup-Arten · Air Gap · S3 Storage · RTO und RPO · Wiederherstellbarkeit · Deduplizierung · Revisionssichere Archivierung
Quellen: LTO-Programm: LTO-10 · LTO-Programm: LTO-9 · LTO-Programm: LTO-8 · Spectra Logic: LTO-8 · IBM: Laufwerksdaten · Toshiba: MG-Serie · Samsung PM893 · Samsung PM9A3 · Micron 7500

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