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Lexikon · Backup & Recovery

Datensouveränität: Kontrolle über die eigenen Daten

Kurz erklärt

Datensouveränität bedeutet, dass ein Unternehmen oder eine Behörde selbst bestimmt, wo die eigenen Daten gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und welches Recht gilt. Sie geht über den Datenschutz hinaus: Es geht auch um Schlüssel, Betrieb und Abhängigkeiten von Anbietern.

Ort

Speicherort

Wo Daten und Kopien liegen.

Zugriff

Schlüssel

Wer die Daten entschlüsseln kann.

Kontrolle

Betrieb

Wer die Systeme steuert.

Was Datensouveränität bedeutet

Datensouveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigenen Daten zu entscheiden: wo sie gespeichert und verarbeitet werden, wer sie lesen oder verändern darf und welche Rechtsordnung gilt. Sie ist ein Teil der digitalen Souveränität, die zusätzlich die Unabhängigkeit von einzelnen Technologien und Anbietern umfasst.

Datensouveränität ist nicht dasselbe wie Datenschutz. Die DSGVO schützt personenbezogene Daten von Menschen. Datensouveränität betrifft alle Daten eines Unternehmens, auch Konstruktionspläne, Finanzdaten oder Backups, und fragt, wer die Kontrolle über sie behält.

Datenschutz, Datenresidenz und Datensouveränität im Überblick

Datenschutz, Datenresidenz und Datensouveränität im Überblick
BegriffWorum es gehtTypische Frage
DatenschutzSchutz personenbezogener Daten nach der DSGVODürfen wir diese Daten verarbeiten?
DatenresidenzSpeicherort der Daten in einem bestimmten Land oder RechtsraumWo liegen unsere Daten?
DatensouveränitätKontrolle über Speicherort, Zugriff, Schlüssel und BetriebWer kann im Ernstfall über unsere Daten verfügen?

Stand: November 2026. Die Begriffe werden in der Praxis nicht immer einheitlich verwendet.

Warum der Speicherort allein nicht reicht

Ein Rechenzentrum in Deutschland oder der EU ist ein wichtiger Schritt, garantiert aber noch keine Souveränität. Der US CLOUD Act von 2018 verpflichtet US-Anbieter, Daten herauszugeben, über die sie Kontrolle haben, unabhängig davon, wo diese gespeichert sind. Entscheidend ist deshalb auch, wer einen Dienst betreibt, welchem Recht der Anbieter unterliegt und wer die Verschlüsselungsschlüssel verwaltet.

Woran Sie souveräne Lösungen erkennen

Vier Fragen helfen bei der Bewertung: Wo liegen Daten und Metadaten? Wer verwaltet die Schlüssel? Wo läuft die Steuerung, und funktioniert sie ohne Verbindung zum Hersteller? Und können Sie Ihre Daten jederzeit vollständig zurückholen oder zu einem anderen Anbieter wechseln? Mit dem Kriterienkatalog C3A hat das BSI 2026 Kriterien veröffentlicht, mit denen sich die Souveränität von Cloud-Diensten bewerten lässt. Der Katalog ist nicht verbindlich und setzt die Erfüllung von C5 voraus.

Datensouveränität, NIS2 und DORA

NIS2 und DORA verlangen, Risiken durch Dienstleister und Lieferketten zu steuern. Wer wichtige Daten bei einem Anbieter speichert oder seine Backups über eine Cloud-Konsole verwaltet, muss diese Abhängigkeit bewerten und eine Exit-Strategie haben. Mehr dazu in den Einträgen NIS2 und KRITIS.

Was das für Backups bedeutet

Backups sind die letzte Verteidigungslinie und deshalb besonders schützenswert. Souverän ist ein Backup, wenn Sie es auch dann wiederherstellen können, wenn ein Anbieter, eine Cloud oder die Internetverbindung ausfällt. Dazu gehören eigene Schlüssel, eine Kopie im eigenen Haus und mindestens eine Kopie mit Air Gap, etwa auf LTO-Band, ganz im Sinne der 3-2-1-Backup-Regel. Welche Betriebsmodelle es gibt, zeigt unser Beitrag Souveräne Datensicherung.

So unterstützt Cristie

Datensouveränität für Ihr Backup

DarkSite

Lokale S3-Cloud mit Band-Backend: Backups und Archive im eigenen Rechenzentrum. Zu DarkSite

LTO-Bandlösungen

Offline-Kopien auf Band, lesbar ohne Cloud und ohne Internetverbindung. Zu den Bandlösungen

System Recovery

Ganze Systeme schnell und nachweisbar zurückholen. Zu System Recovery

Wie souverän ist Ihr Backup?

Wir prüfen mit Ihnen, wo Ihre Daten liegen, wer die Schlüssel hält und ob die Wiederherstellung ohne fremde Dienste funktioniert.

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Häufige Fragen zu Datensouveränität

Was bedeutet Datensouveränität?

Die Fähigkeit, selbst zu bestimmen, wo die eigenen Daten gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und welches Recht gilt.

Was ist der Unterschied zwischen Datenschutz und Datensouveränität?

Datenschutz schützt personenbezogene Daten nach der DSGVO. Datensouveränität betrifft alle Unternehmensdaten und fragt, wer die Kontrolle über sie behält.

Reicht ein Rechenzentrum in Deutschland?

Nicht automatisch. Entscheidend sind auch der Betreiber, das für ihn geltende Recht und wer die Verschlüsselungsschlüssel verwaltet.

Was ist der CLOUD Act?

Ein US-Gesetz von 2018, das US-Anbieter verpflichtet, Daten unter ihrer Kontrolle an US-Behörden herauszugeben, auch wenn sie außerhalb der USA gespeichert sind.

Was ist C3A?

Ein Kriterienkatalog des BSI von 2026, mit dem sich bewerten lässt, ob Cloud-Dienste eine selbstbestimmte Nutzung erlauben. Er ist nicht verbindlich und setzt C5 voraus.

Wie unterstützt Cristie?

Mit Backup-Lösungen im eigenen Rechenzentrum, Offline-Kopien auf LTO-Band und Beratung zu souveränen Betriebsmodellen.

Verwandte Begriffe: Air Gap · Cloud-Backup · 3-2-1-Backup-Regel · Immutable Backup · NIS2 · KRITIS

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