Startseite › Lexikon › WORM-Speicher

Lexikon · Speicher & Archiv

WORM-Speicher: Write Once, Read Many einfach erklärt

Kurz erklärt

WORM steht für „Write Once, Read Many“: Daten werden einmal geschrieben und können danach beliebig oft gelesen, aber weder geändert noch gelöscht werden. WORM-Speicher schützen Archive vor Manipulation und Backups vor Ransomware. Es gibt sie als Hardware, etwa LTO-WORM-Kassetten, und als logischen Schutz in Objektspeichern und Archivsystemen.

Prinzip

Einmal schreiben

Beliebig oft lesen.

Varianten

Band, S3, Software

Physisch oder logisch.

Einsatz

Archiv und Backup

GoBD und Ransomware-Schutz.

Was WORM bedeutet

Bei einem WORM-Speicher ist jeder Schreibvorgang endgültig. Bereits geschriebene Daten lassen sich nicht überschreiben und nicht löschen – bei WORM-Medien dauerhaft, bei Objektspeichern und Archivsystemen bis zum Ende einer festgelegten Aufbewahrungsfrist. Lesen ist dagegen jederzeit möglich.

Im Backup-Umfeld wird oft von „Immutable Storage“ oder Immutable Backup gesprochen. Gemeint ist dasselbe Ziel: eine Kopie, die niemand verändern kann, auch kein Angreifer mit Administratorrechten. WORM ist die Technik, die das sicherstellt.

WORM-Varianten im Vergleich

WORM-Varianten im Vergleich
VarianteSo entsteht die UnveränderbarkeitTypischer EinsatzZu beachten
WORM-Bandkassette (LTO)Die Kassette lässt sich nur einmal beschreiben, das Laufwerk verhindert Überschreiben und Löschen.Archiv, Offline-Kopie von BackupsKassette ist nicht wiederverwendbar
Objektspeicher mit S3 Object LockJedes Objekt erhält eine Aufbewahrungsfrist, vor deren Ablauf es nicht geändert oder gelöscht werden kann.Backup-Kopien, Archiv im Rechenzentrum oder in der CloudCompliance- oder Governance-Modus bewusst wählen
Archivsystem mit Software-WORMDie Software sperrt Änderungen und Löschungen nach festgelegten Regeln.Dokumenten- und E-Mail-ArchiveSchutz hängt an Software und Administration
Optische Medien (z. B. Blu-ray-R)Das Medium ist physikalisch nur einmal beschreibbar.Kleine DatenmengenBegrenzte Kapazität

Hardware-WORM schützt physisch, Software-WORM logisch. Für die GoBD sind beide Wege zulässig, solange die Unveränderbarkeit gewährleistet ist (Rz. 110).

WORM für die revisionssichere Archivierung

Für steuerlich relevante Unterlagen verlangen die GoBD Unveränderbarkeit über die gesamte Aufbewahrungsfrist. Sie kann hardwaremäßig, softwaremäßig oder organisatorisch gewährleistet werden. Die Ablage in einem normalen Dateisystem reicht ohne zusätzliche Maßnahmen regelmäßig nicht aus (GoBD Rz. 110). WORM-Speicher sind deshalb ein naheliegender Baustein, mehr dazu unter Revisionssichere Archivierung.

Wichtig ist die passende Frist: Bei Objektspeichern und Archivsystemen sollte sie der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist entsprechen, also sechs, acht oder zehn Jahre. Bei dauerhaft unveränderlichen Medien sollte vorab geklärt sein, wie Löschpflichten etwa nach der DSGVO erfüllt werden, zum Beispiel durch Vernichtung des Mediums.

WORM als Schutz vor Ransomware

Angreifer verschlüsseln oder löschen gezielt Backups, damit Opfer nicht ohne Lösegeld wiederherstellen können. Eine Kopie auf WORM-Speicher bleibt davon unberührt. Sie ist die „1“ in der 3-2-1-1-0-Regel: eine unveränderliche oder vom Netz getrennte Kopie. Bei Objektspeichern übernimmt das S3 Object Lock, bei Band zusätzlich der Air Gap. Mehr zur Bedrohung unter Ransomware.

Worauf es bei WORM ankommt

Erstens der Modus: Bei S3 Object Lock schützt nur der Compliance-Modus auch vor Administratoren, der Governance-Modus lässt sich mit besonderen Rechten aufheben. Zweitens die Kapazität: Was nicht vorzeitig gelöscht werden kann, belegt Speicher bis zum Fristende. Drittens die Lesbarkeit: Über viele Jahre müssen Medien, Laufwerke und Formate lesbar bleiben, siehe Speichermedien im Vergleich.

Vor- und Nachteile im Überblick

WORM bietet den stärksten Schutz gegen Manipulation, versehentliches Löschen und Ransomware und erfüllt eine zentrale Anforderung revisionssicherer Archive. Dafür sind Fehler bei Fristen schwer zu korrigieren, und Speicher wird erst nach Ablauf frei. Deshalb lohnt es sich, Fristen und Modus vor der Einführung je Datenart festzulegen und in der Backup-Strategie zu dokumentieren.

So unterstützt Cristie

WORM-Speicher mit Cristie

LTO-Bandlösungen

Bandbibliotheken und Laufwerke mit WORM-Medien für Archiv und Offline-Kopie. Zu den LTO-Bandlösungen

Green S3 Cloud

S3-Objektspeicher mit Object Lock für unveränderliche Kopien Ihrer Backups und Archive. Zur Green S3 Cloud

Blocky for Veeam®

Schreibschutz für Veeam-Repositories auf Windows: Nur freigegebene Anwendungen dürfen schreiben. Zu Blocky for Veeam®

Welcher WORM-Speicher passt zu Ihren Daten?

Wir klären mit Ihnen Fristen, Datenmengen und Zugriffe und empfehlen Band, Objektspeicher oder beides.

Gespräch vereinbaren

Häufige Fragen zu WORM-Speicher

Was bedeutet WORM?

WORM steht für „Write Once, Read Many“: Daten werden einmal geschrieben und können danach beliebig oft gelesen, aber nicht mehr geändert oder gelöscht werden – je nach Lösung dauerhaft oder bis zum Ende einer festgelegten Aufbewahrungsfrist.

Was ist ein WORM-Speicher?

Ein Speicher, der Daten nach dem WORM-Prinzip schützt. Das kann ein Medium sein, etwa eine LTO-WORM-Kassette, ein Objektspeicher mit S3 Object Lock oder ein Archivsystem, das Änderungen und Löschungen per Software sperrt.

Ist WORM dasselbe wie Immutable Backup?

Fast. Immutable Backup beschreibt das Ziel, eine unveränderliche Sicherung. WORM ist die Technik dahinter. Ein Immutable Backup wird häufig auf einem WORM-fähigen Speicher abgelegt.

Kann man WORM-Daten löschen?

Auf WORM-Medien nicht, sie lassen sich nur als Ganzes vernichten. Bei S3 Object Lock im Compliance-Modus ist Löschen erst nach Ablauf der Frist möglich, auch für Administratoren. Im Governance-Modus können besonders berechtigte Benutzer den Schutz aufheben.

Ist WORM für die GoBD Pflicht?

Nicht zwingend. Die GoBD verlangen Unveränderbarkeit, die hardwaremäßig, softwaremäßig oder organisatorisch erreicht werden kann. Die Ablage in einem normalen Dateisystem reicht laut GoBD Rz. 110 ohne zusätzliche Maßnahmen regelmäßig nicht aus.

Welche WORM-Lösung passt zu meinem Unternehmen?

Das hängt von Datenmenge, Zugriffshäufigkeit und Aufbewahrungsdauer ab. Band eignet sich für große, selten gelesene Bestände und Offline-Kopien, Objektspeicher für Backups mit häufigerem Zugriff, Archivsysteme für Dokumente und E-Mails.

Verwandte Begriffe: Veeam Hardened Repository · Immutable Backup · S3 Object Lock · Revisionssichere Archivierung · Air Gap · Ransomware · Speichermedien im Vergleich
Quellen: LTO-Programm: LTO-10 · GoBD (BMF, Amtliches AO-Handbuch)

Kontaktinfo

Nordring 53-55, 63843 Niedernberg, Deutschland

Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Geschäftskunden. Bitte verwenden Sie eine Unternehmens-E-Mail-Adresse für Ihre Anfrage (z. B. keine @gmail.com-, @gmx.de- oder @web.de-Adressen).