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Lexikon · Backup & Recovery
Kurz erklärt
Eine Backup-Strategie legt fest, welche Daten wie oft, wohin und wie lange gesichert werden – und wie schnell Systeme nach einem Ausfall wieder laufen müssen. Ausgearbeitet und je System dokumentiert heißt sie Datensicherungskonzept. Eine gute Strategie beginnt nicht bei der Software, sondern bei der Frage, was das Unternehmen im Ernstfall zuerst braucht.
Aufbau
7 Schritte
Von der Inventur bis zum Test.
Maßstab
RTO und RPO
Zielwerte je System.
Oft vergessen
SaaS-Daten
Microsoft 365 & Co. gehören dazu.
Die Backup-Strategie ist die Grundsatzentscheidung: Welche Zielwerte gelten, wie viele Kopien es gibt, wo sie liegen und wie sie geschützt werden. Das Datensicherungskonzept setzt diese Entscheidung je System um, mit Zeitplänen, Speicherzielen, Aufbewahrung und Zuständigkeiten. Die Grundlagen erklärt der Eintrag Datensicherung.
Der häufigste Fehler ist eine Strategie, die nur das Sichern regelt. Ob sie funktioniert, zeigt sich erst bei der Wiederherstellung. Deshalb gehören Wiederherstellungsreihenfolge, Verantwortliche und regelmäßige Tests von Anfang an dazu.
Am Anfang steht die Bestandsaufnahme: alle Systeme, Anwendungen und Datenbestände, auch Cloud-Dienste wie Microsoft 365. Für jedes System wird festgehalten, wie viele Daten es enthält und wie stark sie sich täglich ändern. Daraus ergeben sich Sicherungsvolumen und Zeitfenster.
Danach werden die Zielwerte festgelegt: Wie lange darf ein System ausfallen (RTO) und wie viel Datenverlust ist verkraftbar (RPO)? Die Werte unterscheiden sich stark, für ein ERP-System meist deutlich enger als für ein Dateiarchiv. Mehr dazu unter RTO und RPO und Business Continuity.
Aus den Zielwerten folgen Methode und Takt: Vollsicherung, inkrementelle oder differenzielle Sicherung, siehe Backup-Arten. Für die Kopien hat sich die 3-2-1-1-0-Regel bewährt: drei Kopien, zwei Medien, eine an einem anderen Ort, eine unveränderlich oder getrennt, null Fehler beim Test. Welche Medien passen, zeigt Speichermedien im Vergleich. Bei der Aufbewahrung hilft das Generationenprinzip: tägliche, wöchentliche und monatliche Stände werden unterschiedlich lange gehalten. Unterlagen mit gesetzlichen Fristen gehören zusätzlich in ein revisionssicheres Archiv.
Angreifer suchen gezielt nach Sicherungen, um eine Wiederherstellung zu verhindern. Backups brauchen deshalb mindestens denselben Schutz wie die Originaldaten: eigene Zugänge mit Mehr-Faktor-Anmeldung, Verschlüsselung und mindestens eine Kopie, die sich nicht ändern oder löschen lässt – als Immutable Backup, mit S3 Object Lock oder per Air Gap.
Der Wiederherstellungsplan legt fest, in welcher Reihenfolge Systeme zurückkommen, wer entscheidet und wer was tut. Regelmäßige Tests zeigen, ob die Zielwerte erreicht werden, siehe Wiederherstellbarkeit. Für ganze Server hilft Bare Metal Recovery. Die Strategie selbst sollte mindestens jährlich und bei jeder größeren Änderung überprüft werden.
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Mindestens: welche Daten und Systeme gesichert werden, wie oft und mit welcher Methode, wohin und in wie vielen Kopien, wie lange Sicherungen aufbewahrt werden, wie sie gegen Angriffe geschützt sind und wie schnell welches System wieder laufen muss. Dazu gehören Verantwortliche und regelmäßige Wiederherstellungstests.
Die Strategie legt die Grundsätze fest, zum Beispiel Zielwerte, Kopien und Schutzniveau. Das Datensicherungskonzept beschreibt die konkrete Umsetzung je System: Zeitpläne, Speicherziele, Aufbewahrung, Zuständigkeiten und Wiederherstellungsabläufe. In der Praxis werden beide Begriffe oft gleich verwendet.
Beim Generationenprinzip, auch Großvater-Vater-Sohn genannt, werden zum Beispiel tägliche, wöchentliche und monatliche Sicherungen unterschiedlich lange aufbewahrt. So stehen kurzfristig viele und langfristig ausgewählte Stände zur Verfügung, ohne dass jede Sicherung ewig gespeichert wird.
Ja. SaaS-Anbieter betreiben den Dienst, für gelöschte, verschlüsselte oder überschriebene Daten ist nach dem Modell der geteilten Verantwortung in der Regel der Kunde zuständig. Eine Backup-Strategie sollte deshalb auch Microsoft 365, Entra ID und andere Cloud-Dienste abdecken.
Wir empfehlen mindestens einmal im Jahr und zusätzlich bei jeder größeren Änderung, etwa neuen Systemen, einem Umzug in die Cloud oder geänderten Anforderungen. Wiederherstellungstests zeigen dabei, ob die Zielwerte noch erreicht werden.
Für viele Unternehmen indirekt ja. Die DSGVO verlangt, personenbezogene Daten nach einem Zwischenfall rasch wiederherstellen zu können. Einrichtungen unter NIS2 müssen Backup-Management und Wiederherstellung umsetzen (§ 30 BSIG), Finanzunternehmen nach DORA Datensicherungsstrategien dokumentieren und testen (Art. 12).
Verwandte Begriffe: IT-Notfallplan · Datensicherung · RTO und RPO · Backup-Arten · Immutable Backup · Wiederherstellbarkeit · Disaster Recovery · Business Continuity
Quellen: BSI IT-Grundschutz CON.3 Datensicherungskonzept · § 30 BSIG · Art. 32 DSGVO
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