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Lexikon · Backup & Recovery

Datensicherung: Definition, Methoden und Regeln für Unternehmen

Kurz erklärt

Eine Datensicherung ist eine Kopie von Daten, aus der sich der ursprüngliche Zustand nach einem Verlust wiederherstellen lässt – etwa nach einem Hardwaredefekt, einem Bedienfehler oder einem Ransomware-Angriff. „Datensicherung“ und „Backup“ meinen dasselbe. Entscheidend ist nicht die Kopie allein, sondern dass sie getrennt aufbewahrt, regelmäßig erneuert und im Ernstfall tatsächlich zurückgespielt werden kann.

Faustregel

3-2-1-1-0

Kopien, Medien, Orte, getrennt, geprüft.

Zielwerte

RTO und RPO

Wie schnell, wie aktuell.

Pflicht

DSGVO, NIS2, DORA

Wiederherstellung wird verlangt.

Datensicherung oder Backup: Was ist der Unterschied?

Es gibt keinen. „Backup“ ist das englische Wort für Datensicherung, beide Begriffe werden gleich verwendet. Abgrenzen sollte man die Datensicherung dagegen von Verfahren, die ähnlich klingen, aber einen anderen Zweck haben: Archivierung, Spiegelung und Snapshots.

Ein Backup ist nur so gut wie seine Wiederherstellung. Zu jeder Datensicherung gehört deshalb der Restore: festgelegte Abläufe, wer was in welcher Reihenfolge zurückholt, und regelmäßige Tests. Mehr dazu unter Wiederherstellbarkeit.

Datensicherung, Archiv, Spiegelung und Snapshot

Datensicherung, Archiv, Spiegelung und Snapshot im Vergleich
VerfahrenZweckSchützt vor Löschen und Ransomware?Typische Aufbewahrung
Datensicherung (Backup)Daten nach einem Verlust wiederherstellenJa, wenn die Kopie getrennt und unveränderlich gespeichert istTage bis Monate, mehrere Versionen
ArchivierungUnterlagen für Fristen und Nachweise aufbewahrenJa, wenn das Archiv unveränderbar ist (WORM)Jahre, etwa 6 bis 10 Jahre nach AO und HGB
Spiegelung, RAID, SynchronisationWeiterarbeiten, wenn Hardware ausfälltNein, Änderungen werden sofort übernommenKeine Historie
SnapshotSchneller Rücksprung auf einen früheren ZustandNur eingeschränkt, liegt meist auf demselben SpeicherStunden bis Tage

Faustregel: Nur eine vom Produktivsystem getrennte Kopie mit mehreren Versionen ist eine Datensicherung.

Welche Methoden der Datensicherung es gibt

Vollsicherung, inkrementelle und differenzielle Sicherung unterscheiden sich darin, wie viel bei jedem Lauf kopiert wird und wie viele Teile man für eine Wiederherstellung braucht. Vor- und Nachteile erklärt der Eintrag Backup-Arten. Ein Image-Backup sichert dagegen ein komplettes System als Abbild, mit Bare Metal Recovery lässt es sich auch auf neuer Hardware zurückspielen.

Die zweite Frage ist das Ziel: Festplatte und Flash eignen sich für schnelle Wiederherstellungen, Band (LTO) und Objektspeicher für günstige, langfristige und vom Netz getrennte Kopien. Einen Vergleich finden Sie unter Speichermedien im Vergleich. Deduplizierung reduziert dabei die zu speichernde Datenmenge.

Die 3-2-1-Regel und ihre Erweiterung

Bewährt hat sich die 3-2-1-Regel: mindestens drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Medien, davon eine an einem anderen Ort. Die erweiterte Form 3-2-1-1-0 ergänzt eine unveränderliche oder vom Netz getrennte Kopie (Immutable Backup, Air Gap) und null Fehler bei der Prüfung der Wiederherstellung. Gegen Ransomware ist genau diese Kopie entscheidend, weil Angreifer gezielt nach erreichbaren Backups suchen. Mehr im Beitrag Die Evolution der 3-2-1-Backup-Regel.

Was ein Datensicherungskonzept regelt

Ein Datensicherungskonzept legt fest, welche Daten wie oft gesichert werden, wie lange Sicherungen aufbewahrt werden und wie schnell Systeme wieder laufen müssen. Die Zielwerte dafür heißen RTO und RPO. Das BSI beschreibt im IT-Grundschutz-Baustein CON.3, dass dazu die Rahmenbedingungen je System erhoben, Datensicherungspläne mit der Reihenfolge der Wiederherstellung erstellt und Sicherungen regelmäßig getestet werden. Sicherungen brauchen dabei mindestens denselben Schutz wie die Originaldaten.

Rechtliche Anforderungen

Die DSGVO verlangt die Fähigkeit, die Verfügbarkeit personenbezogener Daten nach einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen (Art. 32 Abs. 1 lit. c). Für Einrichtungen unter NIS2 nennt das BSI-Gesetz Backup-Management und Wiederherstellung nach einem Notfall ausdrücklich als Mindestmaßnahme (§ 30 BSIG). Finanzunternehmen müssen nach DORA Datensicherungsstrategien dokumentieren und regelmäßig testen (Art. 12). Wie lange Geschäftsunterlagen aufzubewahren sind, regelt dagegen die revisionssichere Archivierung. Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

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Häufige Fragen zur Datensicherung

Was ist der Unterschied zwischen Datensicherung und Backup?

Es gibt keinen. Backup ist der englische Begriff für Datensicherung. Abgrenzen sollte man die Datensicherung von Archivierung, Spiegelung und Snapshots, die andere Zwecke haben.

Welche Arten der Datensicherung gibt es?

Die drei klassischen Arten sind Vollsicherung, inkrementelle und differenzielle Sicherung. Oft wird als vierte Art das Image-Backup genannt, das ein ganzes System als Abbild sichert. Welche Kombination passt, hängt von Datenmenge, Sicherungsfenster und gewünschter Wiederherstellungszeit ab.

Was ist die 3-2-1-Regel?

Drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Medien, eine davon an einem anderen Ort. Die erweiterte Regel 3-2-1-1-0 ergänzt eine unveränderliche oder vom Netz getrennte Kopie und null Fehler beim Test der Wiederherstellung.

Welches Speichermedium eignet sich für die Datensicherung?

In Unternehmen meist eine Kombination: Festplatte oder Flash für schnelle Wiederherstellungen, Band oder Objektspeicher für günstige, langfristige und vom Netz getrennte Kopien. USB-Sticks und einzelne externe Festplatten reichen im Unternehmen nicht aus.

Wie oft sollte man Daten sichern?

So oft, wie ein Datenverlust verkraftbar ist. Dieser Wert heißt RPO: Wer höchstens eine Stunde an Daten verlieren darf, muss mindestens stündlich sichern. Für viele Systeme ist eine tägliche Sicherung üblich, für kritische Datenbanken eine deutlich häufigere.

Ist RAID eine Datensicherung?

Nein. RAID und Spiegelung schützen vor dem Ausfall einer Festplatte, übernehmen aber Löschungen, Fehler und Verschlüsselung sofort. Eine Datensicherung braucht eine getrennte Kopie mit mehreren Versionen.

Verwandte Begriffe: Backup-Strategie · Backup-Arten · RTO und RPO · Immutable Backup · Air Gap · Wiederherstellbarkeit · Speichermedien im Vergleich · Disaster Recovery
Quellen: Art. 32 DSGVO · § 30 BSIG · BSI IT-Grundschutz CON.3 Datensicherungskonzept

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